Abfalljäger
Wir setzen uns ein für eine saubere Umwelt











          Text von Franz Baur

Beat Inäbnit, Astrid Sommerhalder

52. schappo Preisträgerinnen und Preisträger vom 2. Mai 2024
Eine Bananenschale fliegt in den Vorgarten. Warum? Die Zigarette achtlos weggeworfen. Geht’s nicht anders? Den Kaugummi auf dem Trottoir entsorgt. Keine Kinderstube? Für Astrid und Beat ist es unverständlich, dass derart viel Abfall gedanken- und rücksichtslos auf der Strasse oder in Grünzonen landet. Die meisten schauen zu und ärgern sich. Nicht so die «Abfalljäger»: Sie haben sich vor fünf Jahren entschlossen, etwas dagegen zu unternehmen. Sie sammeln und entsorgen den Müll von anderen. Jeden Tag auf einer anderen Route. Immer an der frischen Luft und bei (fast) jedem Wetter.
Häufig sind sie zu zweit unterwegs. Sie freuen sich aber immer, wenn sie von Gleichgesinnten begleitet werden. Ausgerüstet mit Wägeli, (an jedem Sammeltag kommen bis zu 100 kg Abfall zusammen), Handschuhen, Weste und Greifzange helfen sie mit, unsere Stadt zu reinigen.
Über die Jahre haben Astrid und Beat eine Abfalljäger Community aufgebaut. Kommuniziert und zum Putzen aufgerufen wird mit WhatsApp oder Facebook. So organisieren sich auch immer wieder spontan kleine Reinigungstrüppli. Mitmachen macht Freude. «Mit unserem Engagement wollen wir die Menschen sensibilisieren und appellieren an ihre Eigenverantwortung», meinen Beat und Astrid. Sie wünschen sich nichts mehr, als dass jede und jeder seinen eigenen kleinen Beitrag für weniger Dreck auf unseren Strassen leistet.













Expertenmeinung "Die «Abfalljäger» sammeln ein, was andere liegen lassen."
Zigaretten, Taschentücher, PET-Flaschen, Kaugummis, Essensreste und vieles mehr verdrecken Strassen, Trottoirs und Vorgärten. Unverständlich für die meisten von uns. Ein grosses Ärgernis für Astrid Sommerhalder und Beat Inäbnit.
Die beiden Pensionierten sind jeden Tag an der frischen Luft und machen ausgiebige Spaziergänge – bis ihnen der Kragen platzt. Sie beschliessen, Müll und Dreck zu sammeln und zu entsorgen. Inzwischen sind sie seit fünf Jahren unterwegs und fast schon profimässig ausgerüstet: Warnweste, Handschuhe, Wägeli, Greifzange und eine wärmende Jacke gehören zum Outfit. Das Resultat ist noch eindrücklicher: Über 65 Tonnen Abfall haben die beiden bis heute gesammelt ( Stand Frühling 2024 ). Mittlerweile sind es über 80 Tonnen Abfall !
Das ist freiwilliges Engagement in Reinkultur. Mit dem täglichen Einsatz leisten die «Abfalljäger» einen wertvollen Beitrag für eine saubere Stadt. Es ist eine Freude, nicht nur für das Auge, sondern auch für Tiere und Pflanzen, die unter den teilweise toxischen Abfällen besonders leiden. Dieses unermüdliche, unentgeltliche Engagement hat Vorbildcharakter und verdient unseren Dank. Unsere Anerkennung bringen wir mit dem «Prix schappo» zum Ausdruck.
Dr. Stefan Güntert, Mitglied der schappo Expertenkommission